didacta 2026

Die didacta Bildungsmesse bot vom 10. bis 14. März 2026 ein umfangreiches Programm und Sonderveranstaltungen für Bildungsakteure an. Das BÖB war gemeinsam mit Mitgliedern an drei Panels beteiligt.

„Ungleichheit im Klassenzimmer – Bildungsgerechtigkeit als demokratische Aufgabe“

Panel mit Oliver Bierhoff (Manager, ehem. Fußball-Profi), Sally Peters (iff), Sven Winkler (Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschland), Amy Kirchhoff 
(Bundesschülerkonferenz), Nils Bolinsky (Edunovo) und Verena von Hugo (BÖB).

Unser neues Kuratoriumsmitglied Oliver Bierhoff zog auf der didacta Bildungsmesse in Köln zwischen ökonomischer Bildung und Fußball einen überzeugenden Vergleich: Entscheidend sind bessere Orte der Talententwicklung, moderne Inhalte im Training und eine systematisch hochwertige Ausbildung der Trainerinnen und Trainer. Übertragen auf unser Bildungssystem bedeutet das: Wir brauchen moderne Schulen, zeitgemäße Inhalte und eine starke Lehrkräftebildung.

Zu zeitgemäßen Lerninhalten und Zukunftskompetenzen gehört für uns insbesondere die ökonomische Bildung. Sie sollte für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich auf dem Stundenplan stehen. Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, brachte es auf dem didacta-Panel treffend auf den Punkt: „Ökonomische Bildung ist eine Voraussetzung für demokratische Teilhabe. Wer wirtschaftliche Zusammenhänge versteht, kann sich fundierter an politischen Debatten beteiligen.“

Panel „Finanzbildung ist Demokratieerziehung – Warum ökonomische Bildung unsere Gesellschaft stärkt“

 Diese Podiumsdiskussion behandelte die demokratische Dimension der Finanzbildung mit vier Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Bildungspraxis. Moderiert von Nele Kister (Eduversum) diskutierten Dr. Sabine Herrmann (Deutsche Bundesbank), Prof. Dr. Carmela Aprea (Universität Mannheim), Staatssekretär Jürgen Böhm (Sachsen-Anhalt) und Michael Jäger (Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e.V.) zunächst die Kernthese, ob Finanzbildung tatsächlich Demokratieerziehung ist und zu fundierten Wahlentscheidungen führe oder ob diese Annahme elitär sei.

Der Hauptteil fokussierte auf den Stellenwert der Finanzbildung in der Schule, wobei diskutiert wurde, wie das Thema trotz seines teilweise problematischen Rufs als demokratiefördernd vermittelt werden kann. Dabei ging es um die Rolle institutioneller Akteure wie der Bundesbank, die Unterscheidung zwischen individueller Financial Literacy und systemischem ökonomischem Wissen sowie die politische Resonanz auf entsprechende Bildungsinitiativen.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der sozialen Dimension: Wie kann Finanzbildung gerecht zugänglich gemacht werden, ohne gesellschaftliche Spaltungen zu verstärken? Diskutiert wurden die unterschiedliche Ausstattung der Schulformen, die Qualifizierung von Lehrkräften mit und ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund sowie die Entwicklung niedrigschwelliger Bildungsangebote. Abschließend stand die Frage im Raum, wie Finanzbildung so gestaltet werden kann, dass sie die Demokratie stärkt, anstatt weitere Ungleichheiten zu schaffen.

Panel „Finanzbildung in der Schule: Soll Deutschland am Finanz-PISA-Test teilnehmen?“

Auf diesem Panel diskutierten Hermann-Josef Tenhagen (Finanztip), Amy Kirchhoff (Bundesschülerkonferenz) und Tobias Nagels (Berufsschullehrer Wirtschaft, Buchautor und Experte für finanzielle Bildung) mit der BÖB-Vorsitzenden Verena von Hugo. Es ging um die Teilnahme Deutschlands an dem Finanzmodul der PISA-Studie und die Fragen, was die Teilnahme an Finanz-PISA für Chancengerechtigkeit in Deutschland bedeutet, was Datenorientierung mit Unterrichts- und Schulentwicklung zu tun hat.  Kann es sich Deutschland leisten, sich nicht international messen zu lassen? Alle Beteiligten warben ausdrücklich für eine deutsche Beteiligung.

Wer diese unterstützen möchte, kann die Petition „Chancengerechtigkeit durch Finanzbildung: Finanz-PISA für Deutschland!“ weiterhin mitzeichnen.

Wir danken den BÖB Mitgliedern und allen Beteiligten, die die Panels inhaltlich entwickelt und gestaltet haben.

Bildnachweis: Frau Babic Fotografie